Eine weltweite Studie zeigt, dass künstliche Intelligenz die Zukunft von Kreativen in der Musik- und Audiovisualbranche gefährden könnte
Eine kürzlich durchgeführte Studie, die erste ihrer Art, beleuchtet die bevorstehenden Herausforderungen, mit denen Kreative in der Musik- und Audiovisualbranche konfrontiert sind. Beauftragt von der Internationalen Verwertungsgesellschaft der Autoren und Komponisten (Cisac), hebt diese Studie hervor, dass die künstliche intelligenz (KI) generative eine deutliche Einkommenssenkung für Künstler zur Folge haben könnte, mit Schätzungen über Verluste von bis zu 24 % im Musikbereich und 21 % im Audiovisualsektor bis 2028. Parallel dazu wird ein enormer Anstieg von KI-generierten Inhalten erwartet, der wichtige Fragen zur Gewinnverteilung in diesen kreativen Bereichen aufwirft.
Die alarmierenden Ergebnisse der Studie
Diese Studie, durchgeführt von PMP Strategy, offenbart besorgniserregende Zahlen für die Zukunft der Künstler. Tatsächlich könnten die Einnahmen der Musikschaffenden in den nächsten fünf Jahren um nahezu 22 Milliarden Euro sinken, während auch die Einnahmen aus dem Audiovisionsbereich nicht verschont bleiben. Die Streaming-Plattformen und Musikbibliotheken werden voraussichtlich etwa 20 % und 60 % ihres jeweiligen Umsatzes aus KI-generierten Inhalten beziehen. Ein Paradigmenwechsel, der die menschlichen Kreativen im Angesicht der aufkommenden Technologie benachteiligen könnte.
Ein exponentielles Wachstum von KI-generierten Inhalten
Die Vorhersagen zeigen, dass bis 2028 der Wert des Marktes für KI-generierte musikalische und audiovisuelle Inhalte von 3 Milliarden Euro auf 64 Milliarden Euro steigen könnte. Dieser Wandel markiert einen wesentlichen wirtschaftlichen Übergang, der paradoxerweise nicht den Künstlern zugutekommen wird. Die Studie hebt das besorgniserregende Phänomen der Substitutionseffekte hervor, bei dem KI-generierte Werke die der menschlichen Kreativen ohne finanzielle Kompensation ersetzen.
Der Sektor der Übersetzer und Adapter bedroht
Die kreativen Berufe sind nicht die einzigen, die einer Bedrohung ausgesetzt sind. Die Berufe im Bereich Synchronisation und Untertitelung könnten erheblich betroffen sein, mit einem geschätzten Verlust von 56 % ihrer Einnahmen. Drehbuchautoren und Regisseure wiederum könnten einen Rückgang ihrer Aufträge von 15 % bis 20 % erleben, was die Abwärtsspirale kreativ Tätiger in einem von KI dominierten Umfeld verstärken könnte.
Ein Werttransfer zur Technologieunternehmen
Während es den Kreativen schwerfällt, ihre Einnahmen aufrechtzuerhalten, werden die Anbieter von KI-Systemen von dieser Entwicklung stark profitieren. Berichte prognostizieren jährliche Einnahmen von 4 Milliarden Euro in der Musik und 5 Milliarden Euro im Audiovisionsektor bis 2028 für diese Unternehmen. Diese Situation wird als ein Werttransfer von den Künstlern zu den Technologieunternehmen wahrgenommen, der das wachsende Ungleichgewicht in den kreativen Sektoren verdeutlicht.
Ein Bedürfnis nach regulatorischem Wandel
Die Schlussfolgerungen der Studie klingen wie ein Aufruf zum Handeln. In Ermangelung eines angemessenen regulatorischen Rahmens werden die Kreativen nicht nur ohne Einnahmen für die unbefugte Nutzung ihrer Werke dastehen, sondern auch in direkter Konkurrenz zu KI-generierten Produkten, die ihr Publikum einfangen. Björn Ulvaeus, der Sänger der Gruppe ABBA und Präsident der Cisac, betont die Bedeutung dieses Berichts als Leitfaden für politische Entscheidungsträger, im Hinblick auf die bevorstehenden Diskussionen über KI-bezogene Gesetzgebungen.







